Unser Programm zur Kommunalwahl am 15. März 2026

Eine Stadt besteht nicht nur aus Straßen und Gebäuden, aus Politik und Verwaltung, aus Zuständigkeiten und Haushaltsposten. Die Stadt sind wir alle. Wir sind Bürger. Wir leben hier, gehen zur Schule oder arbeiten hier. Wir gründen Familien. Wir führen Unternehmen. Wir engagieren uns in Vereinen, wir besuchen Veranstaltungen, wir flanieren, diskutieren und organisieren. Deshalb sollten wir auch alle die Gelegenheit haben, uns an Entscheidungen zu beteiligen, die für die Stadt getroffen werden.

Wir YSENBURGER! treten an, weil wir überzeugt sind: Gemeinsam können wir viel erreichen. Wir stehen für Sachpolitik statt Parteipolitik, für Transparenz statt Hinterzimmer, für Fortschritt ohne ideologischen Filter. Wir möchten Probleme lösen – pragmatisch, respektvoll und immer im Austausch mit den Neu-Isenburgerinnen und Neu-Isenburgern.

Politik muss für alle nachvollziehbar sein. Wer hier lebt und von einer Entscheidung betroffen ist, muss informiert und einbezogen werden, muss verstehen, welche Argumente auf dem Tisch liegen und welche Alternativen es gibt. Mit unserem Blog YYNI.DE – Das Yin und Yang der Stadt berichten wir schon seit 5 Jahren über das politische Geschehen in Neu-Isenburg, um Prozesse transparenter und leichter zugänglich zu machen.

Das Prinzip von Yin und Yang begegnet uns in der Politik immer wieder: Scheinbar gegensätzliche Bereiche ergänzen einander und profitieren vom gegenseitigen Erfolg. So ermöglicht uns beispielsweise eine starke Wirtschaft mit ihren Gewerbesteuerzahlungen spannende Kultur- und Freizeitprojekte zu realisieren – und zugleich macht ein lebenswertes Neu-Isenburg mit interessanten Angeboten unsere Stadt wieder als Wirtschaftsstandort attraktiver.

Eine Stadt, in der die Bürger etwas zu sagen haben.

Bürgerbeteiligung heißt für uns nicht, Projekte so lange zu verzögern, bis man den Bürgern am Ende eine PowerPoint-Präsentation mit der Erklärung „Ging nicht anders!“ vortragen kann. Bei einer echten Bürgerbeteiligung wird frühzeitig informiert, Pro und Contra sauber dargestellt, gemeinsam diskutiert – und dann entschieden. Das beginnt mit leicht zugänglichen Unterlagen zu aktuellen Sitzungen und kann bei besonders relevanten Projekten mit einem Bürgerentscheid enden.

Eine digitale Stadt, bereit für die Zukunft.

Für eine moderne und transparente Stadt ist Digitalisierung unerlässlich und muss alle Generationen mitnehmen. Sie kann in der Stadtverwaltung helfen, Abläufe effizienter zu gestalten – und für Bürger kann sie einen echten Mehrwert darstellen, wenn Informationen rund um die Stadt unterwegs ganz einfach mit dem Smartphone abgerufen werden können: Wo ist ein Parkplatz frei, wo miete ich eine Fahrradbox, welche Wassertemperatur hat das Freibad? Neue Werkzeuge wie Künstliche Intelligenz können städtische Dokumente so aufbereiten, dass Bürger schnell Antworten auf ihre Fragen finden. Auf dem Weg zur digitalen ‚Smart City‘ ist Neu-Isenburg etwas ins Stocken geraten – hier muss es endlich mit voller Energie weitergehen!

Eine Stadt mit pragmatischer, finanzierbarer Verkehrsinfrastruktur.

Bei großen Verkehrsprojekten gilt für uns: Die Kosten und Risiken müssen für Neu-Isenburg beherrschbar bleiben und der Nutzen realistisch abgewogen werden.

Bei der RTW sehen wir Chancen für den Wirtschaftsstandort, den Klimaschutz und die nachhaltige Weiterentwicklung des Verkehrs, aber eben auch ein klares Problem: die Kostenentwicklung und die Frage, wie lange Neu-Isenburg eine direkte Finanzierungsverpflichtung überhaupt tragen kann. Deshalb ist unser Ziel: raus aus dieser Verpflichtung – spätestens mit unserem Vetorecht bei der nächsten Budgeterhöhung. Wir wollen zurück zu einem fairen Finanzierungsmodell. Ein möglicher Weg ist die Übertragung der städtischen Gesellschaftsanteile an den Kreis Offenbach, der aktuell auch die Finanzierung für Dreieich übernimmt – Kosten, an denen Neu-Isenburg über die Kreisumlage zusätzlich beteiligt ist. Die Anbindung unserer Gewerbegebiete an den Flughafen und den Frankfurter Westen ist ein Plus der RTW, doch das darf nicht durch immer weiter steigende Kosten die Weiterentwicklung unserer Stadt blockieren. Ein Ausstieg aus der RTW ist ohne Schaden nicht mehr möglich, doch wir sind auch nicht bereit, jedem künftigen Vorschlag der RTW zu Realisierungsszenarien und Finanzierung zuzustimmen, wenn dabei die Interessen der Stadt und wichtige andere Projekte im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke bleiben.

Bei der Straßenbahnverlängerung gilt für uns: erst prüfen, dann entscheiden – und am Ende sollen die Bürger das letzte Wort haben. Die Idee einer Straßenbahnverbindung bis nach Langen klingt attraktiv, aber sie hat in Neu-Isenburg echte Zielkonflikte: Wie viel Platz bleibt auf der Frankfurter Straße für Fußgänger, Radverkehr, Grün, Lieferverkehr und Parken? Wie wirkt sich das auf Aufenthaltsqualität, Lärm, Verkehrsführung und Folgekosten aus? Wir setzen uns für eine gründliche, transparente Prüfung mit verständlicher Darstellung der Vor- und Nachteile ein und halten bei einer Entscheidung dieser Tragweite einen Bürgerentscheid für richtig. Unsere Grundhaltung ist dabei kritisch-prüfend: Wenn sich kein klarer Mehrwert für Neu-Isenburg zeigt, unterstützen wir das Vorhaben nicht.

Eine Stadt mit einem Herz für Kunst, Kultur und Bildung.

Unsere Hugenottenhalle bedeutet uns viel. Sie ist seit fast 50 Jahren nicht nur ein Veranstaltungsort für uns, sie ist unser Bürgerhaus – ein Ort, wo wir gemeinsam feiern, tagen und genießen. Und auch die Stadtbibliothek ist längst nicht mehr nur ein Ort zum Bücherausleihen. Hier wird zusammen gelernt, hier gibt es Angebote zur kreativen Zusammenarbeit und Einladungen zu vielfältigen Veranstaltungen. Beide Gebäude sind stark sanierungsbedürftig und sollen künftig zusammen gedacht werden – als ‚Dritter Ort’, als Kultur- und Bildungszentrum, in dem alle Bürger der Stadt sich begegnen können – unabhängig von Alter, Herkunft und Status. Das Projekt auf die Sanierung der Veranstaltungshalle zu reduzieren, ist deshalb der völlig falsche Weg.

Ein modernes Kultur- und Bildungszentrum ist kein Luxusprojekt, sondern eine Investition in Zusammenhalt, in Bildung für alle Altersgruppen, Raum für Vereine, Veranstaltungen, Lernen, Integration – ein Ort, der die Stadt auch emotional zusammenführt. Wir sind überzeugt: Gerade in Zeiten knapper Kassen braucht Neu-Isenburg Projekte, die Identität stiften. Wir sind deshalb klar für eine ganzheitliche Umsetzung des Projekts im Sinne eines ‚Dritten Orts‘ auf Basis des vorliegenden Architekten-Entwurfs.

Für die Zeit des Umbaus muss eine ausreichend dimensionierte Interimslösung gefunden werden, die den Kulturbetrieb sicherstellt und die vor allem die bestehende Zusammenarbeit mit Veranstaltern nicht gefährdet. 

Komplementäre Angebote kleinerer Veranstalter oder Vereine wie der Musikschule bereichern die Kulturlandschaft genauso wie die ganz großen Events. Ihre Existenz muss langfristig gesichert werden.

Eine Stadt, in der man sich gerne aufhält.

Auch bei der Gestaltung unserer Stadt geht es um Identität: Wer sind wir, wer wollen wir sein, in welche Richtung möchten wir uns weiterentwickeln? 

Neu-Isenburg ist in vielen Bereichen „in Arbeit“, ohne dass man bereits einen Fortschritt sieht. Barrierefreie Pflasterung im Alten Ort, attraktivere Gestaltung der Frankfurter Straße und der Innenstadt, Umbau der Stadtbibliothek und Hugenottenhalle zum Kultur- und Bildungszentrum, Bau der Regionaltangente West inklusive Umbau der Ortsdurchfahrt, die Straßenbahnverlängerung bis nach Langen – all das ist in Prüfung, in Vorbereitung oder im Anfangsstadium. Doch Stadtentwicklung darf nicht nur Analysen und Machbarkeitsstudien produzieren. Damit aus Plänen Maßnahmen und spürbarer Fortschritt werden, brauchen wir eine Richtung und ein gemeinsames Bild davon, wie unsere Stadt in Zukunft aussehen soll. Wir möchten gemeinsam mit den Bürgern Entwicklungsziele formulieren – einen realistischen, finanzierbaren Masterplan für die Kernstadt und die Stadtteile, hinter dem wir alle gemeinsam stehen und an dem wir mit Freude und Engagement zusammen arbeiten.

Doch es sind nicht nur die großen Projekte, die unser Stadtbild prägen. Stadtentwicklung fängt schon bei kleinen Maßnahmen an, die im Alltag sofort spürbar sind. Etwas Grün, ein schattiger Platz, eine schöne Sitzgelegenheit – all das sind kleine Anker, die unsere liebsten Identifikationspunkte in der Stadt aufwerten – zum Beispiel die Fußgängerzone oder den Sportpark in der Kernstadt, den Dreiherrnsteinplatz in Gravenbruch oder das Bürgerhaus in Zeppelinheim. Wer sich hier gerne aufhält, achtet auch auf Sauberkeit und nimmt Rücksicht auf andere.

Eine Stadt, die ihren Stadtteilen mehr zutraut.

Wenn Stadtteile sich abgehängt und mit ihren Bedürfnissen nicht gesehen fühlen, schwindet das Vertrauen in die Politik und damit in die Personen, die die Entscheidungen für die Stadt treffen. Wir möchten die Ortsbeiräte stärken, die die Herausforderungen ihres Stadtteils genau kennen und im ständigen Austausch mit den Bewohnern sind. Deshalb setzen wir uns für eigene Stadtteilbudgets für Gravenbruch und Zeppelinheim ein. So kann direkt vor Ort entschieden werden, was den Menschen wirklich nutzt – ohne lange Wege und ohne das ungute Gefühl, in der Prioritätenliste immer weiter nach hinten zu rutschen. Die Budgets sind ein wichtiger Schritt hin zu mehr Eigenverantwortung und zu einer effizienteren Verwendung von Haushaltsmitteln. 

Eine Stadt mit einem starken Ehrenamt.

Ehrenamtliches Engagement ist für den Zusammenhalt unserer Stadtgesellschaft sehr wichtig. In Vereinen wird zusammen organisiert, gefeiert, angepackt. Was hier im sozialen Bereich, in der Kultur, im Sport, bei der Integration und in der Iseborjer Fastnacht auf die Beine gestellt wird, ist nicht mehr wegzudenken. Eine immer wieder neue Kürzung der städtischen Zuschüsse macht sich im Haushalt insgesamt kaum bemerkbar, tut den betroffenen Vereinen aber richtig weh und hemmt ihre Weiterentwicklung. Die Unterstützung der Vereine durch die Stadt muss über mehrere Jahre stabil und verlässlich bleiben. Wenn wir die Vereine stärken, stärken wir die gesamte Stadtgesellschaft.

Auch außerhalb von Vereinen ist ehrenamtliches Engagement sehr wertvoll. In anderen Ländern ist das schon weiter verbreitet als in Deutschland. Aus dem Betrieb von Kultur- und Bildungszentren in den Niederlanden sind ehrenamtliche Helfer beispielsweise nicht mehr wegzudenken. Auch in Neu-Isenburg ist denkbar, dass die städtischen Mitarbeiter in ihren Aufgaben durch freiwillige ehrenamtliche Helfer unterstützt werden können, zum Beispiel im Kulturbereich oder bei Stadtfesten – eine Zusammenarbeit, die Spaß machen, neue Kontakte ermöglichen und kreative Angebote hervorbringen kann. Vor allem aber kann sie dazu beitragen, die Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt zu stärken. Die Frage ist dann nicht mehr „Was kann die Stadt für mich tun?“ sondern es heißt „Wir alle sind die Stadt!“ 

Eine handlungsfähige Stadt mit effizienten Strukturen.

Ja, der Haushalt muss saniert werden. In Neu-Isenburg sind nicht die Einnahmen zu niedrig, sondern die Ausgaben viel zu hoch. Doch weder die pauschale Kürzung mit dem Rasenmäher noch die kleinteilige Diskussion über vierstellige Beträge bringt uns weiter. Wir müssen uns anschauen, welche freiwilligen Leistungen die Stadt erbringt und welche davon entbehrlich sind. Gleichzeitig brauchen wir eine moderne Verwaltungsstruktur und konsequente Digitalisierung, um Prozesse zu optimieren und Aufgaben effizienter zu lösen. 

Konsolidierung funktioniert nur, wenn man gleichzeitig handlungsfähig bleibt. Wenn bestehende Probleme nicht offen kommuniziert oder sogar im Wahlkampf heruntergespielt werden, kommen später die wirklich harten Maßnahmen, die im schlimmsten Fall nicht mehr von uns selbst, sondern von der Kommunalaufsicht angeordnet werden. Verantwortung heißt, Schwachstellen früh zu benennen und rechtzeitig gegenzusteuern.

Ein attraktiver Gewerbestandort.

Neu-Isenburg braucht eine starke Wirtschaft als Grundlage für vieles, was wir uns als Stadt leisten wollen. Wenn Unternehmen abwandern, verliert die Stadt nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Gestaltungskraft. Deshalb möchten wir den Dialog mit der Wirtschaft verbessern und Rahmenbedingungen schaffen, die Investitionen erleichtern. Dazu gehören schnelle Prozesse genauso wie Anreize, Gebäude zu modernisieren und energetisch zu sanieren. Investitionen in unsere Stadt müssen verlässlich planbar sein. Dazu gehört ein stabiler Gewerbesteuersatz, der nicht jedes Jahr neu an die Haushaltslage angepasst wird.

Standortqualität ist Lebensqualität, denn Unternehmen, deren Mitarbeiter sich hier wohlfühlen, zahlen nicht nur langfristig Gewerbesteuer, sondern bringen sich auch im Bereich Kultur und Freizeit gerne ein – für eine Stadt, die sich für alle gut anfühlt. 

Was Du von uns erwarten kannst:

Wir sind keine Partei und treffen deshalb keine parteipolitischen oder ideologischen Entscheidungen. Wir entscheiden nach Sachlage – pragmatisch und mit Herz für unsere Stadt. Vor allem aber gerne mit Dir zusammen, denn der Dialog ist uns besonders wichtig. Sprich uns einfach an, wir freuen uns darauf! Wir alle sind die Stadt.

Hier kannst Du das Wahlprogramm als PDF herunterladen.